28 Januar 2008

Über Computerspiele und Realismus

Blogger Robert Basic stellte am 18. Januar eine interessante Frage - "Bin ich jetzt old school oder warum ist mir das Game fast zu real?" Er bezog sich dabei auf Call of Duty 4. Einem zweifelsohne guten Spiel, bei dem es aber tatsächlich hart und ungeschönt zur Sache geht. Auch wenn CoD 4 in einem fiktiven Szenario angesiedelt ist, handelt es sich bei den Missionen um mögliche und durchaus realistische Situationen, in die ein Soldat geraten könnte. Auch bei der Darstellung dieser wird nicht an Realismus in Sachen Verletzungen, Blut und Soundkulisse gespart – obwohl mancher Spieler sicherlich schon Härteres gesehen hat.

Da Call of Duty 4 nun 'Erfolgreichstes Spiel 2007' wurde und damit sogar Halo 3 überholte, drängt sich die Vermutung auf, dass der Erfolg und der Reiz dieses Spiels möglicherweise unmittelbar mit der realistischen Darstellung zusammenhängt. Und ja, dieses zu widerlegen ist schwierig.

Dennoch, ich selbst glaube Folgendes: Die Call of Duty-Serie war schon von Anfang so ausgerichtet, dass sie den Krieg weder verherrlichte aber ebenso wenig verteufelte. Man präsentierte dem geneigten Spieler genug um eine dichte und einhüllende Atmosphäre zu schaffen aber hielt sich im gleichen Zuge mit allzu drastischen Darstellungen zurück, um nicht zu verschrecken. Hier drängt sich mir der Vergleich mit der Serie Band of Brothers auf. Auch dort ging es nicht zimperlich zu. Aber von einem Anti-Kriegsdrama wie Der Soldat James Ryan oder Wir waren Helden ist man dennoch noch Meilen weit entfernt. Call of Duty zeigt Blut, aber nicht wo es herkommt, wenn man so will.

Call of Duty 4 hat das Ganze gegenüber seinen Vorgängern noch ein Stück weiter geschoben, gleitet aber noch sanft an der Grenze des normal Verträglichen (und dem, was man im TV zu sehen bekommt) dahin. Auch wenn man sich dieser schon stark angenähert hat. Der angenommene Realismus geht meines Erachtens nach nicht nur von der Grafik, der Klangkulisse oder dem Blut, sondern auch von dem uns allen bekannten Szenario aus. Call of Duty 4 trägt den Untertitel 'Modern Warfare' – und das wird auch präsentiert. Moderne Szenarien von denen wohl jeder schon im Fernsehen gesehen und gehört hat. Dass das realistischer und schockierender als der ferne zweite Weltkrieg wirkt, den man bloß von alten Schwarzweiß-Aufnahmen kennt, erscheint mir logisch. Call of Duty 4 wirkt daher als Gesamtwerk äußert realistisch – Grafik, Sound und Szenario für sich alleine genommen sind unbedeutend -, was wohl tatsächlich einen großen Teil des Reizes und Erfolges ausmacht.

Dass man es mit einzelnen Real-Faktoren auch weiter treiben kann, ohne dabei letztendlich anzuecken, das merkte man vor einigen Jahren bei Soldier of Fortune 1 und 2. Beide Spiele boten die Möglichkeit, Gegnern Körperteile abzutrennen. Das sorgte bei Jugendschützern natürlich für Ungemach und Zwiespalt bei den Spielern. Einige begrüßten den blutigen Realismus wohingegen andere meinten, dass das eindeutig zu viel des Guten sei und nutzen bereitwillig die Möglichkeit, dieses Feature abzuschalten. Auch Kingpin: Life of Crime, ein dystopischer Ego-Shooter von 1999, sorgte für einige Kontroversen, da er ungeschönt das Leben eines Gangsters darstellte, der sich mit Schrotflinte und Nagelkeule auf einen gnadenlosen Rachefeldzug begibt. Gewalt, Flüche und rotfarbene Körperflussigkeiten kamen dabei nicht zu kurz und wurde sogar Teil einer Diskussion in der US-Regierung, da das Spiel recht kurz nach dem Massaker von Columbine erschien. Dennoch wurde keines der Spiele gänzlich abgelehnt, wenn auch, wie gesagt, kontrovers diskutiert. Kingpin: Life of Crime bekam von Fachmagazinen – zu Recht – sogar Traumwertungen. Allerdings nicht unbedingt wegen der gebotenen expliziten Szenen, sondern wegen Story, Atmosphäre und der gesamt guten Umsetzung.

So scheint es also bei jedem Spieler individuell zu liegen, was als zu viel Realismus betrachtet wird und was er moralisch vertreten kann. Dem einen genügt es, wenn Blut spritzt, wohingegen der andere umher fliegenden Körperteile, realitätsnahe Szenarien und Sound alá James Ryan möchte, um sich richtig wohl zu fühlen. Realität in Computerspielen scheint also einer subjektiven/individuellen Auffassung und Verträglichkeit seitens des Spielers zu unterliegen. Kurz: Der eine verträgt etwas mehr, der andere weniger. Wann und ob tatsächlich eine allgemeine Obergrenze erreicht wird oder werden kann, das wird sich in Zukunft noch zeigen müssen. Denn eines kann man mit Sicherheit sagen: Die Hersteller und Spieleschmieden können den Realismus in Computerspielen – zumindest in grafischer Sicht – noch weiter erhöhen. Was alleine bei der Umgebungsdarstellung schon möglich ist, das haben wir bei Crysis gesehen. So ist die Frage also nicht, ob die Spiele zu realistisch werden können, sondern ob wir das wollen und brauchen.

Dennoch oder gerade deswegen, so sehen wir seit langem, braucht es keinesfalls überquellenden Realismus um ein Spiel einen kommerziellen Erfolg verbuchen zu lassen. Anders ist es kaum zu erklären, dass sich Doom 1&2, Duke Nukem 3D, Hexen und Co. auch heute noch so großer Beliebtheit erfreuen, obwohl es doch soviel 'Realistischeres' gibt. Auch World of Warcraft kann man wohl kaum realistisch nennen. Und doch tummeln sich jeden Tag Millionen Spieler auf den Severn und kämpfen sich durch die virtuelle, comichafte Welt. Hier könnte man sogar annehmen, dass gerade der Verzicht auf wirklichkeitsnahe Darstellungen ein Erfolgsfaktor ist. Die Spieler sollen schließlich Spaß dabei haben, miteinander und gegen die Monster und Mythengestalten zu kämpfen und Quests zu lösen. Übermäßiges Blut, dramatische Todesanimationen und düstere Szenarien würden dabei nur auf's Gemüt und den Fun-Faktor schlagen und den Spieler an Horror und Tod denken lassen. Pastellfarben vermitteln (laut erweiterter Farbenlehre) dagegen wohlig warme Gefühle, beruhigen das Gemüt und erinnern an die Comics der frühen Jugend.

Ähnlich gelöst ist es bei Team Fortress 2, das ursprünglich, anno 1999, noch den Untertitel 'Brotherhood of Arms' tragen und ein militärisches Szenario und Design erhalten sollte. Letztlich wurde daraus aber ein Spiel dessen Charaktere einem Pixar-Film entsprungen und stereotyper nicht sein könnten. So schwingt ein russischer Riese, der Heavy, eine gigantische Gatling-Gun, ein 'deutsch' anmutender Charakter ist der Medic und als Sniper fungiert ein australischer Wildhüter-Verschnitt. Nachdem etliche Fans von Team Fortress Classic die neue Richtung zunächst skeptisch betrachteten, lenkten sie ein und mussten zugeben, dass das neue Design ziemlichen Spaß und Gaudi macht. Nicht zuletzt deswegen, da Valve auch etliches an Selbstironie einfließen ließ. Nach nur einigen wenigen Wochen war und ist Team Fortress 2 einer der beliebtesten Online-Shooter weltweit. Und nur am Gameplay kann's ja auch nicht liegen. Oder?

So können wir schlussendlich festhalten, dass ein hoher Grad an Realismus durchaus einen Erfolgsaktor darstellen kann und manche Spiele erst zu dem macht, was sie sind. Dennoch sollte man aufpassen, dass man es nicht übertreibt – denn irgendwann, könnte es tatsächlich too much sein. Und letztlich kommt es immer auf die Gesamtkomposition an, egal ob mit Comic-Looks oder Photorealismus. Ein Spiel funktioniert nur richtig, wenn alles stimmig ist.

Picture (C) by Infinity Ward/Activison

(Weiterlesen ... )

24 Januar 2008

BioShock: Art Deco-Horror am Meeresgrund

Das Jahr 1960. Gerade eben sitzen wir noch in einem Flugzeug, rauchen eine Zigarette und plötzlich werden wir, dank einem unschönen Absturz alá Lost, sprichwörtlich ins eisig kalte Wasser geworfen. Wie ungeil. Wir drohen zu ertrinken, doch können wir uns mit letzter Kraft an die Wasseroberfläche kämpfen, die nur von dem gelb-rötlichen Schein brennender Wrackteile erhellt wird. Doch schau, was ist das: Ein riesiger Leuchtturm steht mitten im Nichts auf einem Felsen ... Unsere Rettung.

So kurz angebunden beginnt BioShock, der geistige Nachfolger von SystemShock 1 und 2. Kein großartiges Intro oder gar eine Erklärung, was wir überhaupt – bzw. unser Alterego Jack - in einer Propellermaschine mitten über'm Atlantik suchen. Oder warum das Flugzeug abstützte. Alles bleibt im Dunkeln. Zumindest vorerst. Denn nach dem sonderbaren Havarie unseres fliegenden Beförderungsmittels geht’s erstmal mysteriös weiter.

Nachdem wir die feuchten Treppen zum Leuchtturm erklommen haben, um in diesem Schutz zu suchen, schließen sich urplötzlich die Türen. Ein Licht geht an und eine riesige Büste eines finster dreinblickenden Mannes starrt uns entgegen. Unter ihm ein roter-goldener Banner mit dem Schriftzug 'Keine Götter oder Könige. Nur Menschen.' Es gibt keine Spur von anderen Überlebenden, die sich auf den Fels im Meer gerettet haben könnten und auch von einem freundlichen Leuchtturmwärter fehlt leider jede Spur. Dafür fallen allerdings Treppen auf, die hinab zu einem weitläufigen Raum führen, der eine antike Taucherglocke beheimatet. Da wir sonst nichts zu tun haben, steigen wir hinein und drücken feste einen Hebel, der diese doch direkt hinab in die Tiefe befördert: Hinab nach Rapture.

Rapture, so erklärt uns auf der Fahrt ein automatisch abgespielter Projektor-Film, ist die Vision eines Mannes namens Andrew Ryan. Da die verkorksten politischen und geistlichen Systeme die begabten Menschen der Früchte ihrer Arbeit berauben würden, habe er etwas Neues ersonnen. Eine autarke Stadt unten am Meeresgrund, in der Wissenschaftler keine engstirnige Moral und Künstler keine Zensur fürchten müssen. Und in der diejenigen, die zu Großem bestimmt sind, nicht durch die kleinen Lichter gebremst werden. Tatsächlich kann man nach kurzer Tauchfahrt durch ein verdrecktes Bullauge den Blick auf gigantische Gebäude werfen, die hinter einem Felsvorsprung auftauchen und sich der Meeresoberfläche entgegen recken. Doch das im Art-Deco-Stil errichtete Utopia scheint wie ausgestorben. Schon bei der Anfahrt erkennt man Schäden an den Fassaden, unwillig flackernde Reklametafeln und Luftblasen, die durch undichte Glasscheiben nach oben strömen.

Ebenso wie der Stadt erging es auch ihren Bewohnern. Schon nach der Ankunft werden wir mit einem wahnsinnigen Geschöpf konfrontiert, das bemüht ist uns aus der engen Taucherglocke zu pellen. Von dem Mensch, der dieses Ding mal war ist nicht mehr viel zu erkennen Glücklicherweise bietet uns prompt ein Mann namens Atlas per Funk seine Hilfe an. Im Gegenzug, so sagt er, müsse aber auch seine Familie von uns gerettet und an die Oberfläche gebracht werden werden.

Atlas fungiert sogleich als Navigator, weist uns den Weg und manipuliert einige Sicherheitssysteme. Was mit Rapture passiert ist, sagt er uns aber nicht. Das müssen wir mit Hilfe von Aufzeichnungen und Tonbändern schon selbst herausfinden.

Und das tun wir auch:
Schuld an dem Niedergang von Rapture war ADAM. Hierbei handelt es sich um leicht modifizierbare Stammzellen, die von einer seltenen Seeschnecke aus toten Zellen generiert werden. Entdeckt wurde diese Sensation von Dr. Bridgette Tennenbaum, einer deutsche Wissenschaftlerin, die durch finanzielle Unterstützung des machtgierigen Frank Fontaine herausfand, wie man ADAM zur gezielten Modifikation und Verbesserung des menschlichen Organismus nutzen konnte. Es wurde möglich, Krankheiten auszumerzen. Die Intelligenz zu steigern und letztlich auch, übermenschliche Fähigkeiten - genannt Plasmide - freizuschalten – darunter Telekinese und die Kontrolle über Feuer und Kälte. Die Entdeckung führte über kurz oder lang zu gesellschaftlichen und sozialen Veränderungen und letztlich zu einem Bürgerkrieg zwischen den Anhängern von Ryan und Fontaine, die beide die alleinige Herrschaft über Rapture wollten. Viele starben dabei – darunter angeblich auch Fontaine. Einige überlebende Menschen verbarrikadierten sich daraufhin in weitestgehend unbeschädigten Teilen der Stadt. Im Rest der verfallenden Utopie tummeln sich nun nur noch Splicer, genetisch Modifizierte, die es mit dem ADAM übertrieben haben und deshalb den Verstand verloren.

Um in Rapture zu überleben müssen auch wir uns ADAM bedienen und uns mit aktiven wie auch passiven Verbesserungen aufrüsten. Ob man nun sein Adam in Widerstandsfähigkeit und Gesundheit oder lieber Kräfte wie Telekinese, Lichtblitze und ähnliche Fähigkeiten investiert, ist jedem selbst überlassen. Zweifelsohne sind letztere allerdings unabdingbar und sehr nützlich – zumindest wenn man sie gezielt, taktisch und in sparsam einsetzt. Denn: Mittels Telekinese können wir feindliche Granaten zu ihren Werfern zurückfliegen lassen, mit dem Plasmid Winter Blast Pfützen vereisen oder mit Blitzen im Wasser stehende Gegner gleich paarweise außer Gefecht setzten. Wer allerdings wie Superman dauernd in der Gegend herumlasert wird nicht lange Freude an seinen tollen Kräften haben. Denn um diese zu kontrollieren brauchen wir EVE, eine sonderbare Flüssigkeit, die schnell zur Neige geht und mit gefundenen Spritzen wieder nach getankt werden muss.

Daher gibt es auch noch herkömmliche Waffen, die zwar weit weniger außergewöhnlich aber ebenso wirksam sind. Im Arsenal sind unter anderem eine Pistole, eine Schrotflinte und ein Maschinengewehr. Anders als in einem 08/15-Shooter bietet BioShock – ähnlich wie etwa DeusEx - die Möglichkeit, die Waffen mit verschiedenen Munitionsarten zu bestücken und mit Modifikationen aufzurüsten. Auch hier sollte man wissen, was man will und Taktik beweisen. Eine Pistole für die fast ständig ausreichend Munition vorhanden ist, ist mit erweitertem Magazin auf Dauer sehr nützlich. Doch im späteren Spielverlauf ist eine starke Schrotflinte fast unabdingbar, denn in den dunklen Winkeln von Rapture trifft man auf weit mehr als nur ordinäre Splicer.

Schon recht früh lernt man etwa die Little Sisters und ihre Beschützer, die Big Daddys, kennen. Sie sind es, die während des Chaos in Rapture weiterhin für ADAM-Nachschub sorgen. Nach der Entdeckung des Unheilbringenden Stoffes und den ersten Anzeichen von Unruhen wurden die einst normalen kleinen Mädchen in Erziehungsstationen von Fontaine 'verändert' und darauf konditioniert mit Nadeln toten Zellen und Blut aus Leichen zusammeln, die von einer Seeschnecke in ihrem Körper in ADAM umgewandelt werden. Die Big Daddys beschützen die Little Sisters bei ihrer makaberen Aufgabe. Und das um jeden Preis. Einst waren auch sie Menschen, wurden jedoch derart genetisch verändert, dass man sie unter ihrem schwer gepanzerten Taucheranzug wohl kaum noch als solche erkennen könnte.

Dieses unheimliche Duo ist es auch, dass uns im Spielverlauf vor eine verflixt moralische Frage stellt. Nachdem man den Big Daddy erledigt hat, was nicht gerade die leichteste Übung ist, steht man vor der Möglichkeit, die Little Sister von ihrer Qual zu befreien und sie in ein normales Mädchen zurückverwandeln und dafür eine kleine Belohnung zu erhalten. Tötet man die Kleinen hingegen, kann man ihnen ihr gesamtes ADAM nehmen, wodurch man noch mächtiger und das Spiel einfacher wird.

Wer die Litlle Sisters befreit und nicht gerade auf dem niedrigsten oder dem mittleren Schwierigkeitsgrad spielt, der muss sich ob des fehlenden Adams im Kampf gegen die Gegner
anders
zu helfen wissen. Etwa in dem er Zeit ins Knacken von Tresoren investiert, die Geld, Munition und auch Verbandskästen enthalten. Auch sollte man kein Sicherheitssystem, Geschütz oder Wachroboter auslassen. Denn diese sind intakt weitaus mehr wert als als Schrotthaufen. Insbesondere beim finalen Kampf wird man das merken ...

... aber mehr möchte ich hier auch nicht von der Story verraten. Stattdessen noch etwas zur graphischen und atmosphärischen Umsetzung, dem Setting und einigen Trivia-Facts von und zu BioShock.

Ursprünglich, 2004 - kurz nach Beginn der ersten Arbeiten -, sah der Plot von BioShock noch ganz anders aus. Eigentlich, so erklärte der Designer Joe McDonagh in einem späteren Interview, sollte es um Nazis auf einer Tropeninsel gehen. Die Hitler-Freunde sollten dort in einem vormals verlassenen Forschungskomplex grausige Gen-Experimente durchführen und damit die Menschheit bedrohen. Und statt Little Sisters sollten leichenfressende Roboter-Dronen durch die dunklen Gänge streifen um Gen-Material zu sammeln. Quasi eine Mischung aus FarCry und Return to Castle Wolfenstein. Glücklicherweise wurde diese Idee aber recht schnell wieder verworfen, auch wenn die Tropen-Nazis einen gewissen trashigen Reiz gehabt hätten.

Eines ist sicher: Ein alter modriger Forschungskomplex wäre sicherlich nicht halb so interessant und bedrückend gewesen, wie es Repture ist. Alleine der düstere Art-Deco-Look, die dekadenten Fassaden und allgegenwärtigen liebevoll gestalteten Details lassen eine Atmosphäre entstehen, die man fast mit dem Messer scheiden kann. Viele Orte im Spiel wirken einzigartig und zeigen, dass man bei 2K wirklich Arbeit und ein gehöriges Maß Kreativität investiert hat und nicht stoisch eintönige Level kreieren wollte. Die wirklich gut genutzten Möglichkeiten der Unreal Engine 3 tun ihr Übriges: tolle Schattenspiele, Staub und Nebelwolken, die durch die finsteren Gassen und Gänge ziehen. Flackernde und blitzende Lichter, die Rapture in ein beklemmendes Zwielicht tauchen und natürlich ... das allgegenwärtige Wasser, das an Wänden herunter läuft, sich sturzbachgleich durch Verbindungsbrücken zwängt oder einfach nur von der Decke tropft und dabei – im Gegensatz zu vielen anderen Spielen – tatsächlich nass, kalt und feucht wirkt. Das alles verleiht Rapture den grotesken Charme eines Grabsteins während einer von Regen und Blitzen gepeinigten Mitternachtsstunde.

Auch die akustische und musikalische Untermalung kann voll überzeugen: Lieder von Frank Sinatra, Bing Crosby und Noel Coward oder auch Beyond the Sea von Bobby Darin dudeln zeitweise leise durch durch das verfallende Utopia, während man in der Ferne die bleiernen Schritte eines Big Daddy oder das wahnsinnige Lachen eines Splicer hört, der sich mit einer metallenen Sichel an der Decke entlang hangelt. Nebenbei hört man das leise Tropfen von Wasser, das von der Decke herab sickert und sich in einer kleinen Pfütze sammelt. Ein unheimlicher Mix.

Im Grunde ist BioShock eine kleine Revolution, auch wenn nicht die, die sich die Macher erhofften. BioShock wirkt wie frisches, innovativeres SystemShock und bietet zahlreiche taktische Möglichkeiten, fantastische Ideen und stellt den Spieler vor moralische Entscheidungen, welche das Spielgeschehen nicht minder beeinflussen. Damit und vor allem mit der grandiosen Story hat das Game die Messlatte für Kommendes ein ganzes Stück nach oben gerückt und kann sich zu recht in einer Liga mit der Half Life-Saga wähnen.


Link-Tipps:


Zahlreiche frühe und aktuelle Konzeptzeichnungen




Screenshots / Pictures (C) by 2K Games

(Weiterlesen ... )

14 Januar 2008

WoW-Spieler sind die geselligeren Menschen

Es ist schon einige Monate her: Es war an einem Dienstag oder Donnerstag als ich Azeroth eintraf. Als unerfahrener Hexenmeister und Mitglied der Allianz zog ich nach meiner Ankunft zunächst wahllos durch die Gegend, um selbige zu erkunden. Der Sinn nach einem Quest stand mir noch nicht. Stattdessen lief ich durch einige Wälder, Dörfer und schlug mich mit kleineren Gegnern herum, die selbst mir noch nicht sonderlich gefährlich werden konnten. Hie und da traf ich auch auf einige Kollegen, die allerdings schon weit mehr Erfahrung gesammelt hatten als ich. Die meisten von diesen begegneten einen Neuankömmling wie mir überraschend freundlich.

"U need help?", fragte mich etwa ein Paladin und führte mich daraufhin etwas in der unheimlich großen Welt herum. Auch half er mir bei meinen ersten Quests, wodurch ich an meinen ersten gescheiten Hut, eine Robe und einen Haufen – für mich – nutzloses Zeug kam, das mir andere aber gerne abkauften. Im wahren Leben, so erschloss mir der Paladin, sei er Taxi-Fahrer. Wahrscheinlich, scherzte er, stamme daher sein Hang, neue WoW-Spieler durch die Gegend zu führen.

Ja, World of Warcraft-Spieler, zumindest die meisten, sind recht freundliche und gesellige Menschen. Das hat sogar eine Studie deutscher Kommunikationswissenschaftler bestätigt. Laut dieser sei das typische Klischee, dass einen Zocker als unkommunikativ, ablehnend und einsamen Eremit vor dem Rechner darstellt, ziemlich falsch. Zumindest Online- und Lan-Spieler wären ein äußerst geselliges, aufgeschlossenes Völkchen, das sich gerne mit Gleichgesinnten umgibt und einen Hang nach anspruchsvoller Unterhaltung hegt. Das gemeinsame Spielen, Ballern und Kämpfen sei in expressive Verhaltensmuster eingebunden und an Witz gekoppelt, wodurch Spaß und Albernheiten aufkommen.

Insbesondere bei WoW-Spielern werde die Gemeinschaft mit der Zeit immer wichtiger. Statt dem eigentlichen Spielzielen stehe mit der Zeit der Kontakt mit den Online-Bekanntschaften und der gemeinschaftliche Spaß im Vordergrund – Quests dienen als Grund, etwas gemeinsam zu unternehmen.

Und so ist es tatsächlich. Auch wenn ich schon lange kein WoW mehr spiele, kann ich sagen, dass kaum ein Neuer in Azeroth lange alleine bleibt. Intuitiv sucht man Partner, mit denen man Quests nachgeht, durch die Landschaft streift oder einfach nur redet. Und der nette Paladin, der mich an die Hand nahm ist keine Ausnahme. Viele Spieler sind gerne bereit einen Neuling in die unbekannte Welt einzuführen.

Was die Gemeinschaft betrifft: Wer einmal einen Feiertag, etwa Thanksgiving oder Weihnachten in WoW verbracht hat, der kann kaum bestreiten, dass die Wissenschaftler mit ihrer Studie richtig liegen. Zu Dutzenden finden sich Spieler in Hallen und Schankräumen ein, reden, Handeln, beschenken sich und trinken virtuelles Bier.

Sind WoW-Spieler die geselligeren Menschen? Vielleicht schon.

Quellen: welt.de / pressetext
Picture (C) by Blizzard / worldofwarcraft.com

(Weiterlesen ... )

13 Januar 2008

The Big F****** List Of Free Computer Games


Vor einiger Zeit habe ich – für mich privat - folgende Liste von kostenlosen Computerspielen erstellt. Nun habe ich mich entschlossen, sie zu veröffentlichen. Ich werde versuchen, sie stetig zu erweitern. Derzeit müssten knapp über 100 Computerspiele verzeichnet sein. Viel Spaß damit.
---- Last Update 13. August '08 ----

Action-Spiele Allgemein / General Action Games
Abuse - Screenshots
Alien Breed - Screenshots
BloodMasters - Screenshots
BZFlag - Screenshots
Captain Binary
Grand Theft Auto - Screenshots
Grand Theft Auto 2 - Screenshots
Kabus 22 Mode - Screenshots


: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

Adventures
Two of a Kind (Sprache: eng)
Penumbra (Sprache: eng) - Screenshots
Reactor 09 (Sprache: eng) - Screenshots & Review
Zak McKracken 2 - Between Time and Space (de) - Filme


: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

Arcade
Frozen Bubble
Plasma Pong - Screenshots
XBlast


: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

Autorennen / Racing Games
Driving Speed 2 - Screenshots
GLtron - Screenshots
ManiaDrive - Screenshots
Racer - Screenshots
TORCS - Screenshots
Trackmania Nations
Vdrift - Screenshots & Homepage
Armagetron - Screenshots


: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

Brettspiele / Board Games
GNU Chess
GNU Go


: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

Ego Shooter
Action Cube - Screenshots
Alien Arena 2007 - Screenshots & Review
Americas Army - Screenshots & deutsche Seite
AssaultCube - Screenshots

BloodFrontier - Website / Screenshots
Cellfactor Revolution - Trailer
Clusterball - Screenshots
Cube - Screenshots

Combat Arms - Screenshots
D-Day: Normandy - Screenshots
Daikatana Deathmatch - Screenshots
Death Illustrated - Screenshots
Dinohunters
Enemy Territory - Screenshots
FEAR Combat - Screenshots
FreeDoom - Screenshots
Kkrieger -
Legends: The GameScreenshots & Website
Nexuiz - Bericht & Screenshots
Open Arena - Screenshots

Police Forces
Purge Final - Screenshots
Sauerbraten - Screenshots
Shootout! The Game
Starsiege: Tribes
Tremulous - Screenshots
TrueCombat: Elite - Screenshots & deutsche Seite
Warmonger - Screens & Seite
Warrock - Screenshots & deutsche Seite
Warsow - Screenshots
World of Padman


: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

Third Person
Gunz The Duel


: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

Flugsimulationen / Flight Simulations
FlightGear - Screenshots
Dogfights The Game
YS Flight Simulation System 2000


: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

Geschicklichkeitsspiele
Neverball - Screenshots
Future Pinball - Screenshots
Pendulumania


: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

Glücksspiel / Casino Games
PokerTH


: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

Jump 'n' Run
Icy Tower
Cave Story
Eternal Daughter
Super Tux - Screenshots
Secret Maryo - Screens & Homepage


: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

MMORPG & Online Games
Anarchy Online - Screenshots
Armada Online - Screenshots
Crossfire - Screenshots
Eternal Lands - Screenshots
Flyff
Gunbound
Knight Online - Screenshots
MapleStory
PlaneShift
Rappelz - Screenshots
RF Online
Shadowbane - Screenshots
SilkroadScreenshots
Space Cowboy Online - Screenshots


: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

Musik und Karaoke / Music Games
Frets on Fire
UltraStar



: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

Rollenspiele / RPG
NetHack
Betrayal at Krondor - Screenshots
Vulture's - Screenshots


: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

Scrolling Shooter
Counter Strike 2D
Project: Starfighter - Screenshots
Gunroar
Silver Wings

Horizontal Scrollers
Betrayal at Krondor - Screenshots & Wikipedia-Eintrag
Gunster: Rain of Bullets
Halo Zero - Screenshots & Artikel
Hurrican
TAGAP - Screenshots
TUMIKI Fighters

Vertical Scrollers
PARSEC47 - Screenshots
rRootage - Screenshots
Warning Forever - Screenshots

Geometry Wars like Games / Clones
Echos - Screenshots
Grid Assault - Screenshots
Grid Wars - Screenshots
Mu-cade - Screenshots

VECK - Screenshots / Video


: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

Sport
Trampoline 1.0


: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

Strange Stuff
And Yet It Moves - Screenshots
DarwinBots - Screenshots
Liquid War
Second Life - Screenshots
The Bloob - Screenshots
toblo - Screens / Video

The Phone (Flash)


: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

Strategie /
Strategy Games
Battle for Wesnoth - Screenshots
FreeOrion - Screenshots
Glest
Globulation 2 - Screenshots
MegaMek - Screenshots
S.W.I.N.E. - Screenshots & Artikel
Spring - Screenshots
Warzone 2100 Resurrection - Screenshots


: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

Taktik / Tactic
Crimson Fields - Screenshots
Danger from Deep - Screenshots
Liero
Pingus
Scorched 3D - Screenshots
Star Control 2 (Kult)
Soldat - Screenshots
UFO: Alien Invasion - Screenshots
Wormux - Screenshots
CHOLO (Remake)


: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

Weltraum Shooter & Space Fight
Allegiance - Screenshots
Freespace 2 - Screenshots
Oolite - Screenshots
Space Combat - Screenshots
Vega Strike
Wing Commander Privateer Gemini Gold - Screenshots


: : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

Wirtschaftssimulation / Economic Simulation Game
C-evo - Screenshots
Freeciv - Screenshots
FreeCol - Screenshots
Lincity - Screenshots
Open Transport Tycoon Deluxe - Screenshots
Simutrans Transport Simulator - Screenshot

(Weiterlesen ... )