26 August 2008

Killerspiele: Für 'normale Menschen' harmlos


Mal wieder eine Studie, deren Resultate reiste Auslegungssache sind. Entweder schreibt und sagt man reißerisch 'Killerspiele machen doch aggressiv' oder eben 'Aggression: Killerspiele nur minderer Faktor'. Bahnbrechend sind die Ergebnisse der Universität Tübingen, egal wie man's dreht, jedenfalls nicht.

Die Kernaussage der Studio zu Mediengewalt und -Konsum in Bezug auf die 'bösen Killerspiele' lässt sich nämlich, so der Pressetext, in folgendem Satz zusammenfassen: 'Der intensive Konsum von sogenannten Killer-Computerspielen kann bei Jugendlichen zu erhöhter Gewaltbereitschaft führen, muss aber nicht.' Wie der Psychologe Günter L. Huber dazu sagte, führen seiner Ansicht nach gewalthaltige Videospiele öfter zu einem höheren Aggressivitätslevel als Horror- oder Gewaltfilme. Eine Vertreufelung dieser Medien sei aber dennoch falsch, da sie nur ein Faktor in einem komplizierten Geflecht darstellen würden.

Und die weiteren Faktoren wären, welch Überraschung, die individuelle Persönlichkeit, schulischen Situation, Verhältnis zu Gleichaltrigen und vor allem die familiäre Situation.

'Wer in einem Elternhaus aufwächst, in dem Gewalt an der Tagesordnung ist, ist für Gewalt in Medien anfälliger' , meint Huber. 'Umgekehrt werden die Einflüsse von medialer Gewalt in sehr harmonischen und liebevollen Familien stark abgefedert.'
(...)
Wenn sie nach ein paar Stunden Computerspiel dann den Weg wieder zurück ins reale Leben finden, wieder in soziale Gruppen eingebunden werden, sei dies nicht einmal schädlich. Problematisch werde es erst, wenn dieser Absprung nicht mehr geschafft werde und Raum und Zeit durch das Spiel vollkommen in den Hintergrund rücken würden.
Zwar kann man über einzelne Schlussfolgerungen streiten und auch die Methode der Studie hinterfragen, doch im Grunde trifft das Ergebnisse den Nagel auf den Kopf. Für einen weitestgehend normalen Menschen, mit sozialen Kontakten sind Videospiele ein ungefährlicher, vielleicht sogar ausgleichender Zeitvertreib. Mehr nicht.

3 Comments:

Anonym said...

Ach ... noch eine Studie. Toll und total nutzlos. Kommt eh bald eine andere Studie die das gegenteil aussagt.

Anonym said...

Da sieht mans wieder. Sogar positive Resultate kann man ins falsche Licht setzten, dass sie dann wieder wie negative aussehen.

Anonym said...

Endlich mal einer der es sagt, wie es ist. Zu behaupten dass Medien gar keinen Einfluss haben ist totaler Blödsinn ... aber sie zur Ursache allen Übels abzustempeln ist populistisch und dämlich.