07 August 2008

Heavy Rain und das 'Unheimliche Tal'


Ich möchte an dieser Stelle mal mit einem Zitat aus der Wikipedia beginnen:

Als Uncanny Valley bezeichnet man allgemein einen empirisch messbaren, paradox erscheinenden Effekt in der Akzeptanz von dargebotenen künstlichen Figuren auf die Zuschauer. Während man auf den ersten Blick annehmen möchte, dass Zuschauer oder Computerspieler ihnen dargebotene Avatare um so mehr akzeptieren, je realistischer die Figur gestaltet ist, zeigt die Realität, dass dies nicht stimmt. Menschen finden hochabstrakte, völlig artifizielle Figuren anziehender und akzeptabler als Figuren, die zunehmend realistischer werden.
Will heißen, dass wir WALL-E, den putzigen Roboter, oder die zwar menschlichen aber abstrahierten Incredibles unterschwellig eher akzeptieren als etwa die hübsche Aki Ross aus Final Fantasy. Und dass deswegen, da uns künstliche menschenähnliche Wesen – bei denen es auch noch drauf angelegt ist, dass sie menschlich wirken – irgendwie unheimlich oder gar grotesk erscheinen. Auch gutes Beispiel: Beowulf. Sah klasse aus, das Filmchen. Dennoch war es schwer, mit Beowulf als Charakter mitzufiebern, da man ihn nicht als Mensch akzeptieren oder annehmen konnte.

Nun frage ich mich, ob uns ein ähnliches Dilemma wie bei Beowulf und Final Fantasy auch bei dem Videospiel Heavy Rain von Quantic Dreams bevorstehen könnte. Einem Spiel, das ich bereits mit zittrigen Händen erwarte – und für das ich sogar bereit wäre, mir eine PS3 zuzulegen. Zu Heavy Rain sind nämlich, nach langer Zeit, endlich mal wieder ein paar Screenshots aufgetaucht. Und die zeigen überdeutlich, wie weit sich das Game seit der Grafikdemo 'Casting Call' entwickelt hat. Als einfach beeindruckend, würde ich das mal bezeichnen. Die hübsche Dame auf den Bildern sieht einfach umwerfend gut aus – von der grafischen Sicht aus betrachtet. Die Haut wirkt natürlich – sogar einzelne Poren sind zu erkennen -, die Augen glänzen leicht und Haare fallen ihr über's Gesicht. Und wie die Regentropfen auf der Haut entlang rinnen, fantastisch.

Befindet sich Heavy Rain nun direkt im Uncanny Valley oder sieht die obige Dame nun schon wieder so menschlich aus, dass sie auf der anderen Seite des Canyon anzusiedeln ist? Letztlich kommt's wohl darauf an, wie sich Heavy Rain in Bewegung macht. Also, Quantic Dreams, Trailer. Aber sofort.

4 Comments:

fOSsEy said...

aah, Deswegen also loben alle Psychonauts in den Himmel..^^

Ich glaub, dass diese Uncanny Valley Problem Filme am meisten betrifft, da sie das passivste Medium sind.
Aber bei spielen ist man ja sowieso aktiv dabei und hat allein deswegen eine gewisse bindung zum geschehen.

Netter Beitrag auf jeden Fall,
lg,
foss

Anonym said...

Gibt einem schon zu denken ... stimmt. Aber ich denke, dass das Ucanny Valles-Problem dann wohl eher die NPCs betrifft und nicht den Spielercharakter.

micha | neuerSpieler said...

@ fossey & ano - Mag was dran sein. Schließlich füllt der Spieler den gespielten Charakter mit Leben und dass die Bindung zu einem Spiele eine andere als zu einem Film ist, mag bedingt bestimmt stimmen.

Anonym said...

Fotorealismus ahoi! Sieht schon unglaublich realistisch aus. Vor allem der Shot von dem Auge, Wow, Alter.