21 Juli 2008

Peter Molyneux gelobt Besserung und denkt an MMO


Chris von EuroGamer konnte im Zuge der E3 ein längeres Interview mit Peter Molyneux führen. Neben den üblichen Fragen und Antworten kamen diesmal auch einige interessante und aufschlussreiche Fakten und Ansichten zu früheren, aktuellen und möglicherweise zukünftigen Projekten von Peter zu Tage. u.a. sagte er, dass er sich durchaus vorstellen könnte, an einem MMO zu arbeiten.

Doch erstmal langsam. Denn schon zu Anfang gibt’s einiges zu lesen, was durchaus wissenswert ist. Peter sinniert nämlich darüber, wie es stets dazu kam, dass er den Spielern zahlreiche Features versprach, die aber letztlich im Spiel fehlten – oder dann nutzlos und unbeachtet bleiben.

Ich glaube, ich bin schuldiger als jeder andere in der Branche, wenn es darum geht, Spiele mit Features auszufüttern, die keinen Sinn haben. Sie sind nett, klingen gut, aber wenn du mit ihnen spielst, dann denkst du daran, was das nun eigentlich sollte.
Nicht erst bei Fable, so Molyneux, sondern schon bei Dungeon Keeper sei das schon so gewesen. Ein weiteres gutes Beispiel wäre auch Black & White. Für das erste Spiel von Lionhead hatte er damals groß angekündigt, dass sich das Wetter im Spiel dem der wirklichen Welt anpasst. Und das hatte auch gut funktioniert. Nur wäre es dann so gewesen, dass Spieler aus Großbritannien im Spiel stets das berühmte englische Wetter auf dem Schirm hatten – was recht deprimierend war. Für das Feature hatte man sehr viel Arbeit aufgebracht, dennoch hätte es aber irgendwie nichts gebracht – weder dem Spieler noch Lionhead. Und damit hat er verdammt recht.

Mittlerweile, so Peter, würde er zustimmen, dass mehr Features ein Spiel nicht unbedingt besser machen. Es sei klüger, einiges wegzulassen und stattdessen, die Features die man hat, richtig aufzupolieren.
Der Hund aus Fable 2 ist das perfekte Beispiel. Der Hund ist so perfektioniert, dass er die Dinge die er kann, richtig gut hinbekommt.
Nach diesem Satz folgte nun die nächste Frage an Peter – und die hatte es überraschenderweise in sich. Denn Chris fragte nach den MMO-Mechaniken in Fable 2 – den recht sozialen Coop-Modus – und ob MMOs etwas wären, mit dem sich Peter intensiver beschäftige. Daraufhin zeigte Peter auf den PR-Berater von Microsoft und meinte ...
Gut, es ist jemand in diesem Raum, der sicherstellen soll, dass ich nicht zu viel über dieses Thema sage. --- Ich hab mir MMOs angeschaut. Ich liebe die Interaktion und ich bin fasziniert von der Idee, sich gefestigt und cool genug zu fühlen, so etwas anzugehen.
Auf die folgende Frage, ob er sich schon Gedanken darüber gemacht habe, ein MMO direkt anzugehen und wie eines speziell von Lionhead aussehen könnte, sagte er kurz 'Ja'. Ausführlicher, das machte Peter klar, dürfte er auf die Frage nicht eingehen. Leider!

Nun ist natürlich fraglich, ob tatsächlich ein aktuelles Projekt von Peter Molyneux etwas damit zu tun hat. Doch die Reaktion auf das Thema MMO wäre schon erstaunlich, falls bei Lionhead nicht zumindest ernsthaft über etwas derartiges gegrübelt würde. Ein MMO von Molyneux? Klar, durchaus möglich. Jedoch würde ich sagen, dass konkrete Informationen darüber wohl noch in weiter Ferne anzusiedeln sind.

Im Weiteren erklärte Peter auch, wie's um sein Mundwerk, der Art mit der Presse zu reden steht. So sei ihm wirklich klar, dass er stets sehr euphorisch wird und wirkt, wenn es um seine neuen Projekte geht. Und er wisse auch, dass er in der Vergangenheit damit für ziemlichen Unmut unter den Spielern und Kunden sorgte. Dafür hatte er sich ja auch mehrmals entschuldigt – und versucht sich zu bessern.
Als ich diesmal mit der Presse sprach, versuchte ich zu zeigen, wovon ich redete: Hier ist der Hund, da ist die Kampfkontrolle mit nur einem Button. Wenn du dir das Spiel holst, wird du nicht sagen müssen, 'Du Arsch! Du hast mir von dieser dämlichen Nuss erzählt, aus der ein Baum wächst. Wo ist die denn?'
Nichtsdestotrotz, so Peter, sei er eben wie ein Kind. Eines das seine neuen Spielzeuge vorführt und davon redet, was man alles tolles mit machen könnte. Er habe eben keine Pressestrategie und das hätte ihm nicht nur Ärger mit den Gamern, sondern auch seinen Mitarbeitern eingebracht. Regelmäßig wären ihm diese damals fast an die Gurgel gegangen, da er Features, Elemente und Spielinhalte versprach, die es noch gar nicht gab.

Damit dann auch erstmal genug. Wer mehr wissen will, der soll sich das Interview durchlesen. Glaubt mir, es lohnt sich.

Picture (C)Lionhead

6 Comments:

Anonym said...

Wenn das MMO wie Fable wird vom Stil her dann würde das wirklich cool sein. ... denk ich mir mal so.

Anonym said...

wie kann der molyneux eigentlich noch ernstgenommen werden??? Ist doch jedes mal das gleiche: er fängts labern an, verspricht einem himmel auf erden und dann kommt nichts bei rum.

Anonym said...

Gott zum Gruße! Super Zusammenfassung ... hab mal nen Auszug bei PCGames gepostet. Die haben mal wieder nur die Hälfte erzählt.

Toplerone said...

Der soll erstmal Fable 2 fertig ... und zwar für PC. Dann können wir gucken was kommt.

@ anonym 2: Molyneux wagt sich wenigstens noch kreativ zu sein und neue Dinge auszuprobieren. Spiel mal seine alten Spiele dann weißt du warum der so schwärmen darf.

Anonym said...

Ein Fable-MMORPG würde ich auch begrüßen. Aber dass Lionhead das auf Anhieb hinkriegt bezweifle ich etwas.

micha | neuerSpieler said...

@ all - Ein MMO im Fable-Style wäre durchaus eine Möglichkeit, aber ich würde eher davon ausgehen, dass Molyneux etwas komplett Neues erschaffen würde/wird.