19 Mai 2008

'Computerspiele(r) verstehen' eingestampft!


Ich hab das Buch (bzw. den Sammelband) 'Computerspiele(r) verstehen - Zugänge zu virtuellen Spielwelten für Eltern und Pädagogen' leider nicht gelesen und kann somit nur sehr wenig zum Inhalt sagen. Was ich hörte, klang allerdings recht vernünftig: So würden neben den üblichen Themen auch positive Effekte der Spiele in Bezug auf's Lernen und Verstehen angesprochen. Schade daher, dass der Verkauf des Buches bis auf weiteres untersagt wurde.

Anlass für den Verkaufstopp ist ein Plagiatsvorwurf gegen einen enthaltenen Aufsatz des Medienwissenschaftlers Professor Winfred Kaminski von der Fachhochschule Köln. Er habe Teile von Texten nahezu unverändert aus verschiedenen Quellen, u.a. dem Internet, unzureichend gekennzeichnet übernommen. Wie Herr Kaminski mir in einem Telefongespräch sagte, müsse er sich leider tatsächlich "den Schuh anziehen", "fehlerhaft gearbeitet" zu haben – was ihm auch Leid tue.

Er ist, wie er sagte, schlicht dem Copy&Paste-Teufel zum Opfer gefallen, und habe Passagen, etwa aus einer heise.de-Meldung, übernommen, die entsprechende Seite als Quelle genannt aber das weiter unten genannte Agenturkürzel plus Autor übersehen. Gegenwärtig arbeite er aber mit der Bundeszentrale für politische Bildung an einer Lösung des Problems.

Nun ist es so, dass mich das Thema Plagiatsvorwurf eigentlich nicht sonderlich interessieren würde, würde nicht der Name Christian Pfeiffer auftauchen. Denn, das schreiben die Kölner Rundschau und auch der Kölner Stadt Anzeiger, er war es gewesen, der die Plagiatsvorwürfe anbrachte. Nun könnte der geneigte – und sachkundige - Leser zur Ansicht kommen, dass es Herrn Professor Christian Pfeiffer nicht nur um das Plagiat, sondern auch um die im Buch 'Computerspiele(r) verstehen' publizierten Texte zu Videospielen und deren positive Wirkung geht.

Wie Herr Kaminski mir dazu erklärte, würden Herr Pfeiffer und er nun einmal sehr gegensätzliche Positionen und Meinungen vertreten. So erachte Spielraum – Das Institut zur Förderung von Medienkompetenz, dessen Initiator Kaminski ist, Verbote von Video- und Computerspielen als ein überaus zweifelhaftes Bestreben. Stattdessen müssten Kinder aber auch Eltern lernen, mit Computerspielen umzugehen, sie zu begreifen und zu beherrschen.

Bzgl. des Themas habe ich auch versucht, die Bundeszentrale für politische Bildung zu erreichen – von dieser steht eine Antwort noch aus. Auch werde ich versuchen, Christian Pfeiffer ein Kommentar zu entlocken.

Update: Bei Spiegel gibt's ein (recht merwürdiges) Interview mit Jürgen Fritz, dem Herausgeber des Buches 'Computerspiele(r) verstehen'.

Update: Der Westen hat ein Interview mit Professor Winfred Kaminski zum Thema geführt.

5 Comments:

Anonym said...

Bitte hört mir dem Pfeiffer auf ... der hat sich doch schon mehrmals selbstdisqualifiziert. ARRGTH!

Anonym said...

Siehste, einmal etwas gescheites Infomaterial von der Regierung und das wird gekillt. Warum wundert michd as nicht...???

Anonym said...

Copy&Paste? Eine schlechte Erklärung aber immerhin eine Erklärung.

Anonym said...

pfeiffer muss es ja wissen...not

Anonym said...

Ein Plagiat ist nicht ohne, auch wenns nur ein Versehen war und die Spiele positiv darstellt. Sowas darf einen Wissenschaftler eben nicht passieren ... das ist schon nicht gut. Tut mir leid um das hübsche Büchlein.