06 April 2008

Stephen King's Meinung zu Gewalt in Videospielen


Stephen King, der Meister des gepflegten Horrors, hat sich in seiner regelmäßig erscheinenden Kollumne bei der Entertainment Weekly diesmal zum Thema Gewalt in Spielen geäußert. Und das obwohl er Video- und Computerspiele eigentlich nicht wirklich mag. Schon in den 70er und 80er Jahren habe er sie aufgegeben, da ihn seine Kinder stets besiegten.

Nein, Videospiele sind nicht mein Ding.
Trotzdem gehe er an die Decke, wenn er hört, was derzeit in Massachusetts los ist. Dort wird nämlich über einen Gesetzesentwurf - House Bill 1423 - debattiert, der zur Folge haben könnte, dass 'gewalthaltige' Videospiele wie Pornographie behandelt werden. Das würde bedeuten, dass 17jährige sich zwar Filme wie Hostel ansehen könnten aber Grand Theft Auto: San Andreas für sie tabu wäre. Was natürlich totaler Blödsinn ist. King meint, dass Videospiele – wie auch viele Filme – lediglich die Gewalt reflektieren, die in unserer Gesellschaft vorherrscht.
Wenn es Gewalt gibt, dann werden die Kids auch dran kommen, genau wie sie's schaffen, alltägliche Schießereien wie No Country for Old Men über Kabel zu kriegen. Oder Girls Gone Wild. Können Eltern dem Einhalt gebieten? Klar doch! Aber sie machen's meist nicht. (...) Was mich wirklich wahnsinnig macht ist, wie gerne die Politiker die Pop Kultur – nicht nur Videospielen, sondern auch das Fernsehen, Filme und sogar Harry Potter - als Prügelknaben heranziehen.
Damit würden sie von viel wichtigeren Problemen ablenken. Etwa der Kluft zwischen Arm und Reich oder der pathologischen Liebe der Amerikaner zu Waffen. Ein groteskes Beispiel dafür wäre etwa der Amokläufer Cho Seung-Hui von der Virginia Tech. Schnell wurde behauptet, dass er ein Fan von Counter Strike gewesen sei. Doch dass er zwei halbautomatische Pistolen hatte, das hat offensichtlich keinen gestört.

Falls die House Bill 1423 durchkommt und ein Gesetz wird, so glaub Stephen King, wird es aber wahrscheinlich nicht lange eines bleiben. Schon häufig wäre ähnliches prompt als verfassungswidrig erklärt und zurückgezogen worden. Er hofft darum, dass die Politiker einen besseren Weg zum Schutz der Jugend und der Kinder finden. Denn die amerikanische 'Kultur der Gewalt' umfasst weit mehr und weit schlimmeres als etwa Resident Evil 4.

Da kann man eigentlich nur eines hinzufügen: WORD!

Picture (CC) by Pinguino

2 Comments:

Anonym said...

Seine Bücher mag ich nicht aber er hat damit verdammt recht!

Anonym said...

Find ich super dass der King sich so einsetzt und seine Meinung sagt. Kann mich dem nur anschließend.

Gruß Und Kuss,
Marcel