07 April 2008

Beckstein auf der Munich Gaming


Vergessen wir mal kurz, dass der gute Günther Beckstein einst sagte, "Killerspiele sollten in der Größenordnung von Kinderpornographie eingeordnet werden, damit es spürbare Strafen gibt" und Jugendliche durch Videospiele verleitet werden "schwerste Gewalttaten (zu)begehen". Denn jetzt stand eben dieser Politiker auf der Bühne des Kongresses Munich Gaming und gab allzu Solidarisches von sich – von dem abdrehten Aktionismus keine Spur mehr.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Auf der offiziellen Seite Bayerns, nämlich bayern.de, wird der Günther wie folgend zitiert ...

Die Games-Branche hat einerseits ein großes Arbeitsplatz- und Zukunftspotential. Sie kann jungen Menschen spielerisch den immer wichtigeren Umgang mit der Informationstechnologie (...) Aber andererseits ist die Branche auch gefordert, sich offen mit den kritischen Aspekten elektronischer Spiele wie Vernachlässigung sozialer Kontakte, Bewegungsarmut, eingeschränkte Kontrollmöglichkeit der Erziehungspersonen oder Suchtgefahr auseinanderzusetzen. Deswegen ist mein Appell: Ziehen Sie sich nicht darauf zurück, dass der Zusammenhang zwischen Gewaltspielen und Gewalttätigkeit nicht eindeutig belegbar ist. Investieren Sie in den Jugendschutz. Ziehen wir gemeinsam an einem Strang, denn Gewaltspiele haben in unseren Kinderzimmern nichts zu suchen.

Ja, wo er Recht hat, hat er Recht. Nur wurde auch hier mal wieder nicht zu Ende gedacht. Denn was können die Hersteller und Spieleschmieden schon großartig gegen Vernachlässigung sozialer Kontakte, Bewegungsarmut (ok, da gibt’s die Wii), eingeschränkte Kontrollmöglichkeit der Erziehungspersonen, Suchtgefahr oder 'Gewaltspiele haben in unseren Kinderzimmern' tun?

Da sind doch eigentlich die Eltern gefordert! Oder nicht? Die müssen schauen, dass ihre Kinder sich auch mit Freunden beschäftigen, sich mehr bewegen und vor allem keine Ab-18-Spiele spielen. Nur die können da was tun! Und was nützt das beste Programm zur Regulierung der Spielzeit und Nutzungsdauer eines PCs, wenn die Eltern es nicht nützen – oder bedienen können?

3 Comments:

DerBonk said...

full ack. Das war's ;)

Anonym said...

Kann da auch nur zustimmen. Das andere Gelaber von dem Beckstein ist nur Heuchelei. Typisch!!!!

Anonym said...

Ach der Beckstein ... der ist doch jetzt nur so lieb, da er die Wähler nicht verscrekcen will. Sauerei diese ... ach ich sags lieber nicht.