28 Februar 2008

Hans-Joachim Otto zu Frontal 21 und Panorama

Die Frontal 21- und Panorama-Diskussion um sogenannte Killerspiele ist zwar einige Zeit her. Dennoch hat jemand, unter Hinweis auf mein Interview mit Hans-Joachim Otto, eben diesen Politiker bei AbgeordnetenWatch gefragt, was er denn von der Berichterstattung der Öffentlich Rechtlichen zum Thema Computer- und Videospiele hält.

Seine (von mir zusammengefasste) Antwort:

In der Tat bin ich der Meinung, daß sich Teile der Öffentlichkeit und der Politik zu undifferenziert mit dem Thema "Computerspiele" auseinandersetzen. Auf die Berichterstattung in den (öffentlich-rechtlichen) Medien habe ich keinen Einfluß, was an sich auch richtig ist. Natürlich ist gerade der öffentlich-rechtliche Rundfunk dazu verpflichtet, ausgewogen zu berichten und sorgfältig zu recherchieren. Daß dabei allerdings auch persönliche Meinungen und Neigungen einfließen, kann nicht unbedingt kritisiert werden. Das führt natürlich bisweilen auch dazu, daß die in der Berichterstattung transportierte Meinung mit meiner eigenen oder der Meinung von Zuschauern nicht übereinstimmt.

Die - zugegebenermaßen - sehr plakative Auseinandersetzung bei Frontal oder Panaroma hat eine sehr aktive Debatte darüber ausgelöst, gerade im Online-Bereich (...) Das ist genau die Art von lebhafter medialer Auseinandersetzung, die ich begrüße und auch ein Wesen unserer Internet-geprägten Medienlandschaft.
Im Grunde hat der Mann weitgehend recht. Dass auch bei den Öffentlich Rechtlichen "persönliche Meinungen und Neigungen" einfließen ist gut und nicht zu verhindern. Was wir allerdings alle bei Frontal 21 und Panorama gesehen haben, war keine Neigung und keine Meinung, sondern schlechte Recherche und Boulevardjournalismus, der mit einer ausgewogen Berichterstattung nichts mehr zu tun hatte. Die anschließende Diskussion in Foren und Blogs war zwar sehr anregend, witzig, interessant und hat auch einige Reaktionen seitens der Medien hervorgerufen – aber leider hat es am Kernproblem nichts geändert.

0 Comments: