14 Januar 2008

WoW-Spieler sind die geselligeren Menschen

Es ist schon einige Monate her: Es war an einem Dienstag oder Donnerstag als ich Azeroth eintraf. Als unerfahrener Hexenmeister und Mitglied der Allianz zog ich nach meiner Ankunft zunächst wahllos durch die Gegend, um selbige zu erkunden. Der Sinn nach einem Quest stand mir noch nicht. Stattdessen lief ich durch einige Wälder, Dörfer und schlug mich mit kleineren Gegnern herum, die selbst mir noch nicht sonderlich gefährlich werden konnten. Hie und da traf ich auch auf einige Kollegen, die allerdings schon weit mehr Erfahrung gesammelt hatten als ich. Die meisten von diesen begegneten einen Neuankömmling wie mir überraschend freundlich.

"U need help?", fragte mich etwa ein Paladin und führte mich daraufhin etwas in der unheimlich großen Welt herum. Auch half er mir bei meinen ersten Quests, wodurch ich an meinen ersten gescheiten Hut, eine Robe und einen Haufen – für mich – nutzloses Zeug kam, das mir andere aber gerne abkauften. Im wahren Leben, so erschloss mir der Paladin, sei er Taxi-Fahrer. Wahrscheinlich, scherzte er, stamme daher sein Hang, neue WoW-Spieler durch die Gegend zu führen.

Ja, World of Warcraft-Spieler, zumindest die meisten, sind recht freundliche und gesellige Menschen. Das hat sogar eine Studie deutscher Kommunikationswissenschaftler bestätigt. Laut dieser sei das typische Klischee, dass einen Zocker als unkommunikativ, ablehnend und einsamen Eremit vor dem Rechner darstellt, ziemlich falsch. Zumindest Online- und Lan-Spieler wären ein äußerst geselliges, aufgeschlossenes Völkchen, das sich gerne mit Gleichgesinnten umgibt und einen Hang nach anspruchsvoller Unterhaltung hegt. Das gemeinsame Spielen, Ballern und Kämpfen sei in expressive Verhaltensmuster eingebunden und an Witz gekoppelt, wodurch Spaß und Albernheiten aufkommen.

Insbesondere bei WoW-Spielern werde die Gemeinschaft mit der Zeit immer wichtiger. Statt dem eigentlichen Spielzielen stehe mit der Zeit der Kontakt mit den Online-Bekanntschaften und der gemeinschaftliche Spaß im Vordergrund – Quests dienen als Grund, etwas gemeinsam zu unternehmen.

Und so ist es tatsächlich. Auch wenn ich schon lange kein WoW mehr spiele, kann ich sagen, dass kaum ein Neuer in Azeroth lange alleine bleibt. Intuitiv sucht man Partner, mit denen man Quests nachgeht, durch die Landschaft streift oder einfach nur redet. Und der nette Paladin, der mich an die Hand nahm ist keine Ausnahme. Viele Spieler sind gerne bereit einen Neuling in die unbekannte Welt einzuführen.

Was die Gemeinschaft betrifft: Wer einmal einen Feiertag, etwa Thanksgiving oder Weihnachten in WoW verbracht hat, der kann kaum bestreiten, dass die Wissenschaftler mit ihrer Studie richtig liegen. Zu Dutzenden finden sich Spieler in Hallen und Schankräumen ein, reden, Handeln, beschenken sich und trinken virtuelles Bier.

Sind WoW-Spieler die geselligeren Menschen? Vielleicht schon.

Quellen: welt.de / pressetext
Picture (C) by Blizzard / worldofwarcraft.com

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